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Erneute Schulschließungen – Kommunikation

Sehr geehrte Frau Trinkl,

die erneuten Schulschließungen in Nürnberg sind im Hinblick auf die gestiegenen Fallzahlen und der Mutation nachvollziehbar und notwendig.

Nur hat diese Situation erneut gezeigt, dass die Kommunikation an die Schulen mit Schülerinnen und Schülern, Eltern und Lehrkräfte verbesserungswürdig ist.
Heute hatten Viele in den Schulen den Eindruck, dass die Situation die Stadt unvorbereitet getroffen hat. Und kein Plan „B“ für dieses Szenario vorbereitet war.

Bereits Ende letzter Woche ist der Inzidenzwert in Nürnberg angestiegen und das mit sich ausbreitenden Mutationen des Virus. Hier hätte seitens des Gesundheitsamts eine laufende Beobachtung der Zahlen, auch über das Wochenende, und eine frühere Einberufung der Entscheidungsgremien viel der heute entstandenen Frustration vermieden.

Unglücklich war auch die Art der Kommunikation in die Schulen. Die Entscheidung kam nach dem Unterrichtsende der meisten Jahrgangsstufen. Fragen von Eltern konnten von Lehrkräften und Schulleitungen nicht beantwortet werden. Eine Kommunikation an die Eltern ist gerade im Grund- und Mittelschulbereich deutlich schwieriger als z.B. in Gymnasien, angefangen von Sprachbarrieren vieler Eltern über inkomplette Mailverteiler mangels einer E-Mail-Adresse von Eltern, usw..

Gerade in der äußerst schwierigen Situation aufgrund des bereits lange andauernden Lockdowns mit Home-Schooling, individuellen Ängsten gesundheitlicher, beruflicher und wirtschaftlicher Art, ist es wichtig, dass in den Schulen keine weiteren Ängste oder Frust aufgebaut wird.

Die sowieso schon zu wenigen Lehrkräfte sollen auf Distanz oder im Wechsel mit geteilten Klassen unterrichten, von technischen und sonstigen organisatorischen Unzulänglichkeiten einmal abgesehen. Die Schulleitungen stehen im Spannungsfeld von Kultusministerium, Eltern, Lehrkräften und der eigenen Situation beruflich und privat.

Die Eltern sind belastet, weil sie Lehrkraft, Mitschüler, Spielkamerad, usw. kompensieren müssen und dies bei eigenem Home-Office oder Beruf vor Ort.
Die Schülerinnen und Schüler stehen unter Druck, weil ihnen viel an Normalität fehlt (Schule, Freizeit und Sport, Gleichaltrige, usw.) und sie das Klassenziel auch im Blick behalten müssen.

Daher unsere Bitte: Setzen Sie für den Bereich Schule in der Stadt Nürnberg alles daran, dass die Kommunikation zeitnah und zielgerichtet erfolgt. Eine gute Kommunikation mildert manche Spitzen deutlich ab und lässt weniger Frustration und Hilflosigkeit aufkommen.

Denn wir müssen alle Menschen im Umfeld Schule bei der Stange halten, um das große Ziel der „Normalität“ so schnell und unbeschadet zu erreichen, wie irgend möglich.

Vielen Dank.

Mit freundlichen Grüßen

Bernd Zinkel

Vorsitzender