Immer wieder geistert eine Forderung nach späterem Unterrichtsbeginn durch die Medien.

Keine Frage, es gibt Kinder, die morgen noch müde sind und dem Unterricht nicht wirklich folgen. Sollte deshalb der Unterrichtsbeginn um 9.00 Uhr erfolgen, wäre das realisierbar?

Schlafforscher bestätigen den Zusammenhang zwischen Konzentration, erfolgreichem Lernen und späterem Schulbeginn. Kinder haben einen andern Biorhythmus und benötigen mehr Schlaf, vor allem in den Morgenstunden.

Die Probleme fangen nicht nur bei dem späteren Verlassen der Schule an. Wer morgen später anfängt, muss nachmittags auch später aufhören. Keine Zeit mehr für Hobbies, Vokabeln lernen, Spaß mit Freunden  haben. Keine Zeit mehr für Medien, denn die sind für spätes Einschlafen verantwortlich, kurz gesagt: Zocken macht wach.

Vielleicht ließe sich über Erziehung und Ganztagsschulen doch das ein oder andere so regeln, dass Kinder nach der Schule genügend Freiraum für ihre Interessen haben.

Doch ein Problem ohne jeden Lösungsansatz sind die Regularien der Erwachsenen. Wer betreut die Kinder, die später in die Schule gehen, wenn Eltern schon arbeiten sind? Was essen die Kinder mittags? Ab 13.00 Uhr muss in der Schule, wenn nachmittags Unterricht anberaumt ist eine einstündige Pause eingeplant werden. Wer betreut die Kinder? Wie soll ein späterer Unterrichtsbeginn mit den Horten und Mittagsbetreuungen vereinbart werden?

Für den Nürnberger Elternverband ist klar: Ein späterer Unterrichtsbeginn kann nicht diskutiert werden ohne eine komplette Neuausrichtung des Schulsystems. Erst muss klar sein, dass das Wort „Hausaufgaben“ ausstirbt, weil Lern- und Studierzeit, geleitet von Lehrkräften, ausschließlich in der Schule abgehalten wird. Es muss klar sein, dass jeder Schüler, jede Schülerin in der Schule mit einem frisch vor Ort gekochtem Mittagessen versorgt wird. Und natürlich, dass ein „Gleitzeitankommen“ in der Schule möglich ist, so dass Schüler und Schülerinnen sowohl um 8.00 Uhr dort sein können oder eben später.

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