Eltern NEV Presse Stadt Nürnberg

Selbstversorgerküchen

Fast alle Schulthemen kehren in regelmäßigen Abständen wieder. Viele sind emotional beladen. So auch das Thema Mittagessen in der Schule.

Immer wieder kommt dieses Thema wie der Chip vom Einkaufswagen zu uns zurück. Wir haben im Grunde nur eine einzige Antwort auf alle Fragen:

Der Nürnberger Elternverband e.V. (NEV) fordert Selbstversorgerküchen für Schulen und Kitas. Selbstversorgerküchen heißt, dass vor Ort frisch gekocht wird. Im Normalfall richtet die Stadt oder Gemeinde die Küche ein und verpachtet sie an Köche, die in einer eigenen Firma organisiert sind.

Viele Vorteile springen bei diesem System ins Auge:

Von morgens bis abends können in der Küche Speisen und Getränke für das gesamte Stadtteil angeboten werden. Fangen wir am Anfang an.

Eine Küche z.B. in der Schule eines Stadtteils kann von der Kinderkrippe, über den Kindergarten, Hort, Mittagsbetreuung, bis hin zur Ganztagsschule alle Kinder und Jugendlichen im Stadtteil mit frischem, wohnortnah hergestellten Speisen versorgen. Die fertigen Speisen müssen keine weiten Wege zurücklegen und über Stunden warm gehalten werden.

Schon am Morgen kann ein Frühstück angeboten werden, (sogar von unterschiedlichen Seiten finanziert) der schulische Pausenverkauf und selbstverständlich das Mittagessen läuft ausschließlich über die Selbstversorgerküche.

Für Schulungen im Gebäude, sei es Lehrerfortbildungen oder andere Veranstaltungen können nachmittags über die Küche mit Kaffee, Kuchen oder belegten Brötchenversorgt werden. Und abends geht so etwas natürlich auch für alle erdenklichen Veranstaltungen, die in der Schule gehalten werden. Vom Stadtteilarbeitskreis bis zu Elterninfoabenden ist alles möglich.

Für den Pächter rechnet sich das auf jeden Fall.

Doch in Nürnberg geht man einen anderen Weg. Die Mittagsverpflegung für Ganztagesschulen wird europaweit ausgeschrieben und meist der günstigste Anbieter bekommt den Zuschlag, das führt dann dazu, dass vorgegarte Speisen lange warmgehalten werden und über lange Strecken transportiert werden. Viele Kinder und Jugendlichen bekommen keine frischen und ansehnlichen Mittagessen, sondern billig hergestellte Nahrung. In manchen Fällen wird sogar das saubere Geschirr in die Schulen gebracht und das benutzte Geschirr wieder abgeholt. Oder das Essen wird in Einwegportionsverpackungen portioniert. So etwas nennt man ökologischen Unsinn.

Und für diese meist wenig kind- und jugendgerechte Verpflegung müssen Eltern auch noch tief in die Tasche greifen. Wobei nicht unerwähnt bleiben darf, dass es Eltern gibt, die aus den unterschiedlichsten Gründen nicht in der Lage sind rechtzeitig die Mahlzeiten für die Kinder zu bezahlen. Dann sitzen tatsächlich Kinder am vollen Tisch und dürfen nichts essen. Auch dann nicht, wenn genügend da ist. Selbstversorgerküchen sind ein unbedingtes Muss, ebenso wie eine unbürokratische Hilfe für Kinder und Jugendliche, deren Eltern finanzielle Probleme haben. Unabhängig von dem Bildung- und Teilhabepaket.

Der NEV bleibt dabei:

Vor Ort sinnvoll und bedarfsorientiert kochen und nicht durch die halbe Weltgeschichte transportiert anliefern.

Und Praktikumsplätze sind können ebenfalls den Schülerinnen und Schülern angeboten werden.

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